klassizistischer Schrank

Dieser kl. Schrank kam so in meine Werkstatt und schaut bis auf das Innenleben gar nicht so schlecht aus.

Bei genauerer Betrachtung merkt man allerdings dass duch die lange Lagerung im Dachboden und die Einwirkung von Feuchtigkeit, Hitze und Kälte die Festigkeit des alten Knochenleims nachgelassen bzw. gänzlich verloren ging.
Allerdings hat der Schrank durch Holznägel und Dübel seine Form behalten.

Nach der Entstaubung und Reinigung werden die losen Teile gelöst und durchnummeriert. Lose eingelegte Teile werden genau aufgelegt und anschliessend vom alten Knochenleim befreit um die Haltbarkeit des frischen Leims zu gewährleisten.

Die Verleimung mit Gluteinleim (Knochenleim) muss sehr rasch gehen da eine haltbare Verbndung nur möglich ist wenn die Teile heiss zusammengefügt werden.
Nicht jede Verleimung gelingt aufs erste Mal. Daher ist das Arbeiten mit dieser alten Verleim-Technik wesentlich aufwändiger.
Nachdem die Verleimungen abgeschlossen sind werden sie mit Holznägeln ergänzt.

Sehr wichtig ist bei all diesen Arbeiten dass die alte Politur nicht beschädigt wird.
Wenn das gesamte Möbel wieder zusammengefügt und die Funktion aller mechanischen Teile gegeben ist beginnt die Oberflächenarbeit.

Der Innenanstrich wird abgelöst, da er erst nachträglich - d.h. in späterer Zeit - auftragen wurde.
Das Ablösen muss sehr vorsichtig geschehen, damit die Politur auf der Aussenseite nicht beschädigt wird..

Danach wird der Schrank auf den richtigen Trockengrad gebracht um spätere Rissbildungen zu vermeiden.

Nach einer abermaligen gründlichen Reinigung der Aussenfläche wird nun die Politur, die nicht mehr an allen Stellen vorhanden war, ergänzt.
Selbstverständlich benutze ich Materialien und Rezepte aus der Entstehungszeit des Schranks. Gleiches gilt für die Auftragetechnik.